Freitag

Das erste Hummac-Weekend seit mehreren Monaten erfüllte mich voller Vorfreude. Endlich mal wieder nur abhängen, zocken und mit Mac über sinniges und unsinniges Zeugs quatschen. Hummac-Weekends sind Jahreshighlights. Mac kam Freitag gegen Spätnachmittag zu mir und wir haben erstmal gequatscht. Vor allem über unser Projekt Irata, über das ich aber hier nicht mehr erzählen werde. Irgendwann werdet Ihr hier an dieser Stelle davon lesen und wir sind voller Vorfreude darüber. Es ging um die Vogonen, Privatzeugs und um all‘ das, was wir uns für das Wochenende vorgenommen hatten – schließlich war es ein Hummac-LAN-Weekend. Wir bezogen also wie immer den größten Raum der Ferienwohnung und mit jeder Stunde die verging wurden wir im Kopf jünger und jünger. Der Alltag verlor immer mehr an Bedeutung und es ging nur noch ums Zocken und unsinniges Zeugs quatschen.

Wir starteten ins Wochenende traditionell mit Problemen. Immer ist irgendwas. Es gab schon Hummac-Weekends an denen wir fast komplette zwei Tage nur rumkonfiguriert haben – was in der Retrospektive auch cool war. Diesmal haben wir es aus unerfindlichen Gründen nicht geschafft Diablo2 ins Laufen zu bekommen, das wir uns frisch im Battlenet gekauft hatten, um es im Koop durchzuspielen. Mac lud es mehrfach neu runter, aber es wollte einfach nicht. Also begaben wir uns direkt an das Backupspiel für den Freitag Abend: Borderlands. Ein endzeitlicher Koop-Shooter mit Rollenspielelementen, der auf einem fremden Planeten spielt. Das Spiel hat uns von Anfang an gefesselt, obwohl es primär ums Ballern geht. Also wenig Rätsel und Team-Knobeleien wie beim guten alten Castle of Dr. Creep auf dem C64. Aber die Comicgrafik, die atmosphärische Welt und das Spielerlebnis zu zwei war dicke genug um uns bei der Stange zu halten…bis die Augen schwer wurden. Glücklicherweise kann man das Spiel speichern und später zu zweit an der gleichen Stelle weiterspielen. Es wird uns wohl noch ein paar Hummac-Sessions begleiten. Irgendwann gegen 02.00 Uhr schlossen wir den Freitag mit tief hängenden Augenlidern ab und begaben uns in den wohlverdienten Hummac-LAN-Vorbereitungsschlaf.

Samstag

Borderlands war direkt nach dem Frühstück wieder Thema, es hatte uns schon ziemlich gekickt. Bevor wir die heiligen Hummac-Hallen für die LAN vorbereiteten, wurde erstmal noch etwas Endzeitstaub geschluckt und ein paar spassige Schwachmaten-Quests im Koop erledigt – die rasanten Fahrten zu zweit im Jeep inklusive, einer rast, der andere ballert.

Dann mussten wir aber doch loslegen. Arbeitsplatten als Schreibtische aufbauen, Steckerleisten verteilen, Netzwerkkabel an die Zockplätze legen…usw. Hummac-LANs waren bisher immer relativ gut vorbereitet. Die geschätzten Stammgäste müssen nur noch Ihren Rechner an Ihren Platz stellen, einstöpseln….gelegentlich Windows neu installieren…und loslegen. So gegen drei Uhr trudelten dann die ersten Sniper-Opfer ein. Zu einem der ersten gehörte mein ehemaliger Kommilitone Timo, der mit der Trier-Fraktion zusammen durch die Tür kam und nach der ersten Begrüßung unglaublicherweise verlauten ließ, dass er seit S I E B E N Jahren nicht mehr dabei gewesen sei. Das war für mich fast nicht zu glauben, wie schnell dann doch die Zeit vergeht.

Die Hummac-Lan hat sozusagen eine Stammcrew und die freien Plätze (wenn mal jemand absagt), sind von neuen Leuten sehr begehrt und wir müssen aus Platzgründen oft absagen, aber ehemalige Mitglieder der Stamm-Crew wie Timo, dürfen immer wieder kommen – egal wie voll die LAN schon besetzt ist. Noch so ein Kandidat war Patrick („der Kuläsch“), der nach zehn Jahren das erstmal wieder einer LAN beiwohnte. Über beide habe ich mich sehr gefreut und hoffe, dass sie nun wieder regelmäßig dabei sein werden.

Zur LAN selbst gibt es mal wieder nur zu sagen: Genial! Irgendwie schafft es die Truppe immer wieder einen super Abend draus werden zu lassen. Was gespielt wird ist eigentlich relativ nebensächlich. Klar, die üblichen Verdächtigen müssen und sind auch immer dabei. Aber was die Hummac-LAN so besonders macht ist, wie gestandene Männer zwischen 30 und 40 bei einem Spiel Oldie wie Flatout 2 plötzlich wieder zu 15jährigen Teenies mutieren. Schreiend, gröhlend, vor schadenfrohem Lachen nach Luft schnappend – wenn jemand Unbeteiligtes während der Hochphase eines Rennens den Raum betreten würde, fiele er rückwärts wieder raus. Der ganze Raum ein Tollhaus – unfassbar spaßig, Jahr für Jahr.

Es gab natürlich wieder Chili-Nudeln um Mitternacht – eine Tradition, die seit Beginn der Hummac-Lan vor gut zehn Jahren gepflegt wird und viel heissen Kaffee. Außerdem kommen auch die Geek-Gespräche zwischen den Kopfschüssen nicht zu kurz. Alle kennen sich mittlerweile und genießen das Wiedersehen, da sich manche der Leute auch nur zu diesem einen Termin wieder treffen. Es wurde dieses Jahr nicht ganz so lange wie sonst, um ca. halb vier in der Früh wurden die Rechner eingepackt und die Tore der Hummac-LAN vorläufig geschlossen.

Sonntag

Der Sonntag gehört traditionell Transport Tyccon, bzw. mittlerweile OpenTTD. Transport Tycoon ist eine genialeTransportunternehmens-Simulation von Chris Sawyer. Seit ich zurückdenken kann spielen wir Transport Tycoon an jedem Sonntag eines Hummac-Weekends. Die begleitenden Rhytmn-Blues-Jazz-Rhytmen sind so in mein Hirn gebrannt, dass ich sogar noch *die* Töne genau kenne (und höre), an denen meine damalige Soundblaster Pro Song für Song verzweifelt ist.  OpenTTD ist ein Open-Source-Projekt, das Transport Tyccon von Grund auf neu aufbaut – und die Leute machen einen Spitzenjob. Stundenlang legen wir Schienen und entwerfen komplizierte Signalkombinationen (vor allem Mac), bauen Busstationen und suchen die Karte nach neuen lukrativen Möglichkeiten ab. Jeder für sich und doch zusammen – den Konkurrenzgedanken haben wir vor ein paar Jahren aus einem fahrenden Zug geworfen. Es ist eher vergleichbar mit Schienensysteme bauen und Kohle scheffeln um noch größere Schienensysteme zu bauen – wie Modelleisenbahn. Absolut genial. Wir schaffen es nie aufzuhören, Stunden gehen ins Land während sie verfliegen, im Raum hört man eigentlich nur die monotonen Gamesounds, Knabberzeug-Geschmatze und eben die Jazzmusik. Das ist das Phänomen Hummac in seinem innersten Kern 😉

Irgendwann haben wir dann doch den Absprung geschafft und Mac beendete mit seiner Abfahrt dieses Hummac-Weekend. Ich freue mich schon sehr auf das nächste…

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