Adventure (VCS Atari 2600)

von humbug in der Kategorie Single Player 
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Mein erstes Videospielsystem war, mal abgesehen von dem klassischen TV-Pong mit den Drehreglern, ein VCS 2600 von Atari. Es war noch die Ausgabe mit einer Holzblende an der Front. Und “Adventure” war wohl das Spiel, das erstmals meinen Hunger nach Rollenspiel, Abenteuer und klingenden Schwerter entfachte, stillte und gleichzeitig noch größer machte.

Die Story ist klassisch: der Goldene Kelch des Königs wurde von einem bösen Magier aus dem goldenen Schloss entwendet. Unser Held, dargestellt als fürchterlich eindrucksvolles…Quadrat, hat die Aufgabe den Kelch zurückzubringen. Es gibt einige Hürden, die sich dem Held auf der Suche nach dem Kelch in den Weg stellen. Labyrinthe, stockdunkle und sich verändernde Räume und vor allem drei Drachen. Diese unterscheiden sich in der Farbe und in ihrer Gefährlichkeit: Yorgle (gelb), Grundle (gün) und der angsteinflößende Rhindle (rot).

Im Land von Adventure gibt es verschieden farbige Schlösser, sprich Burgen. Diese zu Öffnen ist vorrangiges Ziel, da dort wichtige Dinge versteckt sind. Zum Beispiel ein Schwert zum Töten der Drachen, eine Art Brücke mit der man durch Wände gehen kann um Hindernisse oder Labyrinthe zu überwinden und natürlich der goldene Kelch selbst. Die Schlüssel für die Burgen sind überall verteilt und werden oft von einem der Drachen beschützt. Diesen (ohne Schwert) auszuweichen ist tricky, vor allem weil sie den Spieler in höheren Schwierigkeitsstufen auch verfolgen. Und wenn der Drache einen einmal richtig erwischt, tja, dann findet man sich im Bauch der Echsenhaut wieder und das war`s. Man düst also als mutiges Ritter-Quadrat durch die verschiedenen Gänge, Räume und Labyrinthe und versucht auf der Suche nach Schlüsseln, Schwert und dem goldenen Kelch den drei Drachen auszuweichen.

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Ich kann nicht genau erklären, woher das Spiel seine Faszination nahm, die es auf mich ausübte. Ich denke, dass viel vom Spielspaß nicht durch reinen Konsum des Bildschirmgeschehens in meinem Kopf abgelaufen ist. Es war schon immer ein großer Vorteil in meiner Video- und Computerspielgeschichte, dass mindestens 50% des Spielspaß durch meine eigene Phantasie erzeugt wurde. Auch bei großen Titeln wie der Baldurs Gate oder der Gothic-Reihe, baut sich um die Spielwelt in meinem Kopf vieles herum auf. Das hilft nebenbei auch oft Rätsel, Geheimnisse oder unkonventionelle, von guten Spielen aber auch oft unterstützte Lösungswege zu finden.

Auch wenn sich so mancher vielleicht schwer vorstellen mag, wie man sich in ein Spiel mit so einer Klötzchengrafik “fallen lassen” kann, aber als 12-jähriger, ohne Videospielerfahrung, alleine mit seinem VCS 2600 und dem Modul Adventure in seinem Zimmer – das war toll. Und schon damals verstaubten Arcadehit-Module wie Space Invaders oder Asteroids neben Adventure im Regal.

Mit der genialen Wii und Ihrem Homebrewchannel habe ich mich wieder ausgiebigst Adventure gewidmet und musste festellen, dass es mittlerweile unzählige Hacks, Mods und sogar eine mehr oder weniger offizielle Fortsetzung für das Atari 5200 gibt. Auch für das iPhone ist mittlerweile eine Version erschienen. Über die unten stehenden Links findet Ihr Infos dazu.

Weitere Infos
Infos zu Adventure (inkl. Easter Egg)
Adventure in der Wikipedia
Adventure bei AtariAge
Adventure auf dem iPhone
Adventure II