Nachlese Hummac-Weekend am 16.10.2010

von humbug in der Kategorie Hummac-Events 
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Freitag

Das erste Hummac-Weekend seit mehreren Monaten erfüllte mich voller Vorfreude. Endlich mal wieder nur abhängen, zocken und mit Mac über sinniges und unsinniges Zeugs quatschen. Hummac-Weekends sind Jahreshighlights. Mac kam Freitag gegen Spätnachmittag zu mir und wir haben erstmal gequatscht. Vor allem über unser Projekt Irata, über das ich aber hier nicht mehr erzählen werde. Irgendwann werdet Ihr hier an dieser Stelle davon lesen und wir sind voller Vorfreude darüber. Es ging um die Vogonen, Privatzeugs und um all’ das, was wir uns für das Wochenende vorgenommen hatten – schließlich war es ein Hummac-LAN-Weekend. Wir bezogen also wie immer den größten Raum der Ferienwohnung und mit jeder Stunde die verging wurden wir im Kopf jünger und jünger. Der Alltag verlor immer mehr an Bedeutung und es ging nur noch ums Zocken und unsinniges Zeugs quatschen.

Wir starteten ins Wochenende traditionell mit Problemen. Immer ist irgendwas. Es gab schon Hummac-Weekends an denen wir fast komplette zwei Tage nur rumkonfiguriert haben – was in der Retrospektive auch cool war. Diesmal haben wir es aus unerfindlichen Gründen nicht geschafft Diablo2 ins Laufen zu bekommen, das wir uns frisch im Battlenet gekauft hatten, um es im Koop durchzuspielen. Mac lud es mehrfach neu runter, aber es wollte einfach nicht. Also begaben wir uns direkt an das Backupspiel für den Freitag Abend: Borderlands. Ein endzeitlicher Koop-Shooter mit Rollenspielelementen, der auf einem fremden Planeten spielt. Das Spiel hat uns von Anfang an gefesselt, obwohl es primär ums Ballern geht. Also wenig Rätsel und Team-Knobeleien wie beim guten alten Castle of Dr. Creep auf dem C64. Aber die Comicgrafik, die atmosphärische Welt und das Spielerlebnis zu zwei war dicke genug um uns bei der Stange zu halten…bis die Augen schwer wurden. Glücklicherweise kann man das Spiel speichern und später zu zweit an der gleichen Stelle weiterspielen. Es wird uns wohl noch ein paar Hummac-Sessions begleiten. Irgendwann gegen 02.00 Uhr schlossen wir den Freitag mit tief hängenden Augenlidern ab und begaben uns in den wohlverdienten Hummac-LAN-Vorbereitungsschlaf.

Samstag

Borderlands war direkt nach dem Frühstück wieder Thema, es hatte uns schon ziemlich gekickt. Bevor wir die heiligen Hummac-Hallen für die LAN vorbereiteten, wurde erstmal noch etwas Endzeitstaub geschluckt und ein paar spassige Schwachmaten-Quests im Koop erledigt – die rasanten Fahrten zu zweit im Jeep inklusive, einer rast, der andere ballert.

Dann mussten wir aber doch loslegen. Arbeitsplatten als Schreibtische aufbauen, Steckerleisten verteilen, Netzwerkkabel an die Zockplätze legen…usw. Hummac-LANs waren bisher immer relativ gut vorbereitet. Die geschätzten Stammgäste müssen nur noch Ihren Rechner an Ihren Platz stellen, einstöpseln….gelegentlich Windows neu installieren…und loslegen. So gegen drei Uhr trudelten dann die ersten Sniper-Opfer ein. Zu einem der ersten gehörte mein ehemaliger Kommilitone Timo, der mit der Trier-Fraktion zusammen durch die Tür kam und nach der ersten Begrüßung unglaublicherweise verlauten ließ, dass er seit S I E B E N Jahren nicht mehr dabei gewesen sei. Das war für mich fast nicht zu glauben, wie schnell dann doch die Zeit vergeht.

Die Hummac-Lan hat sozusagen eine Stammcrew und die freien Plätze (wenn mal jemand absagt), sind von neuen Leuten sehr begehrt und wir müssen aus Platzgründen oft absagen, aber ehemalige Mitglieder der Stamm-Crew wie Timo, dürfen immer wieder kommen – egal wie voll die LAN schon besetzt ist. Noch so ein Kandidat war Patrick (“der Kuläsch”), der nach zehn Jahren das erstmal wieder einer LAN beiwohnte. Über beide habe ich mich sehr gefreut und hoffe, dass sie nun wieder regelmäßig dabei sein werden.

Zur LAN selbst gibt es mal wieder nur zu sagen: Genial! Irgendwie schafft es die Truppe immer wieder einen super Abend draus werden zu lassen. Was gespielt wird ist eigentlich relativ nebensächlich. Klar, die üblichen Verdächtigen müssen und sind auch immer dabei. Aber was die Hummac-LAN so besonders macht ist, wie gestandene Männer zwischen 30 und 40 bei einem Spiel Oldie wie Flatout 2 plötzlich wieder zu 15jährigen Teenies mutieren. Schreiend, gröhlend, vor schadenfrohem Lachen nach Luft schnappend – wenn jemand Unbeteiligtes während der Hochphase eines Rennens den Raum betreten würde, fiele er rückwärts wieder raus. Der ganze Raum ein Tollhaus – unfassbar spaßig, Jahr für Jahr.

Es gab natürlich wieder Chili-Nudeln um Mitternacht – eine Tradition, die seit Beginn der Hummac-Lan vor gut zehn Jahren gepflegt wird und viel heissen Kaffee. Außerdem kommen auch die Geek-Gespräche zwischen den Kopfschüssen nicht zu kurz. Alle kennen sich mittlerweile und genießen das Wiedersehen, da sich manche der Leute auch nur zu diesem einen Termin wieder treffen. Es wurde dieses Jahr nicht ganz so lange wie sonst, um ca. halb vier in der Früh wurden die Rechner eingepackt und die Tore der Hummac-LAN vorläufig geschlossen.

Sonntag

Der Sonntag gehört traditionell Transport Tyccon, bzw. mittlerweile OpenTTD. Transport Tycoon ist eine genialeTransportunternehmens-Simulation von Chris Sawyer. Seit ich zurückdenken kann spielen wir Transport Tycoon an jedem Sonntag eines Hummac-Weekends. Die begleitenden Rhytmn-Blues-Jazz-Rhytmen sind so in mein Hirn gebrannt, dass ich sogar noch *die* Töne genau kenne (und höre), an denen meine damalige Soundblaster Pro Song für Song verzweifelt ist.  OpenTTD ist ein Open-Source-Projekt, das Transport Tyccon von Grund auf neu aufbaut – und die Leute machen einen Spitzenjob. Stundenlang legen wir Schienen und entwerfen komplizierte Signalkombinationen (vor allem Mac), bauen Busstationen und suchen die Karte nach neuen lukrativen Möglichkeiten ab. Jeder für sich und doch zusammen – den Konkurrenzgedanken haben wir vor ein paar Jahren aus einem fahrenden Zug geworfen. Es ist eher vergleichbar mit Schienensysteme bauen und Kohle scheffeln um noch größere Schienensysteme zu bauen – wie Modelleisenbahn. Absolut genial. Wir schaffen es nie aufzuhören, Stunden gehen ins Land während sie verfliegen, im Raum hört man eigentlich nur die monotonen Gamesounds, Knabberzeug-Geschmatze und eben die Jazzmusik. Das ist das Phänomen Hummac in seinem innersten Kern 😉

Irgendwann haben wir dann doch den Absprung geschafft und Mac beendete mit seiner Abfahrt dieses Hummac-Weekend. Ich freue mich schon sehr auf das nächste…

Kennedy Approach (C64)

von mac in der Kategorie Single Player 
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‘Delta four zero six, descend to two thousand feet.’ kchchchk.
‘Roger!’ kchchchchk.

Einfach geil diese Sprachausgabe, auch heute noch liebe ich sie und ohne diese würde ich dieses Spiel vielleicht gar nicht so oft spielen. Und dieses Spiel entspricht meinen Vorlieben in fast jeder Hinsicht.

In Kennedy Approach übernimmt man die Rolle eines Fluglotsen auf einem amerikanischen Flughafen. Neben einfach nur kreuzenden Flügen muss man auch die Starterlaubnis für startende Flugzeuge geben sowie Flüge zum Flughafen dirigieren und zur Landung freigeben.

Startbildschirm von Kennedy Approach

Startbildschirm von Kennedy Approach

Kennedy Approach hat nicht nur diese coole (und für einen 8-Bit-Homecomputer aus Mitte der 80er wirklich beachtliche) Sprachausgabe sondern auch eine einfache Steuerung und einen angenehm ansteigenden aber auch wählbaren Schwierigkeitsgrad. Ist am Anfang noch eitel Sonnenschein so kann in höheren Leveln auch schonmal ein Gewitter durchziehen, natürlich sollten die Flugzeuge nicht gerade durch diese Wolken gelotst werden. Auch Gebirge sollten nicht zu tief angeflogen werden, eine Kollision mit ihnen hat ebenfalls fatale Folgen.
Man mag sich fragen warum die Piloten nicht mitdenken sondern wie befohlen stur auf den Berg zudüsen anstatt einfach die Maschine hoch zu reissen, aber ehrlich gesagt ist mir das nicht wichtig denn woraus eine heikle Situation entsteht ist letzten Endes egal: ob die Maschine auf den Berg zurast und man versucht dieser im letzten Moment die rettenden Befehle zu geben oder der Pilot würde die Maschine hochreissen und damit wahrscheinlich einem anderen Flugzeug in die Quere kommen, das macht im Spiel keinen grossen Unterschied.

In den unteren Leveln spielt es sich noch locker bis zum Ende der Schicht, in den höheren kommt aber schonmal Hektik auf. Dabei bleibt alles meist sehr übersichtlich.

Spielszene aus kennedy Approach

Spielszene aus kennedy Approach

Weitere Tücken im Spiel sind z. B. auch Kerosinknappheit, angekündigt mit einem in meinen Ohren vorwurfsvollen ‘Delta four zero six, 2 minutes fuel’. Dann sollte man sehen, dass diese Maschine baldmöglichst einen Flughafen ansteuert. Natürlich wirbelt das im schlimmsten Fall die gesamte Planung durcheinander und die vielleicht schon vorhandene Hektik weicht einer leichten Panik. Dann kann man nur noch hoffen, dass man die Sache schnell in den Griff bekommt oder dass die Schicht bald vorbei ist, soll doch der Kollege das Chaos bereinigen.

Kennedy Approach ist für mich ein zeitloser Klassiker. Der Schwierigkeitsgrad steigt angenehm an, die geile Sprachausgabe bei der das technisch vorhandene Rauschen in der 8-Bit-Zeit nur die Originalität steigert, die einfache Steuerung und das planerische Gameplay lassen mich auch heute noch immer wieder eine Runde Flugzeuge dirigieren.

Wer es selbst testen will kann es mit einem C64- oder Atari XL-Emulator tun, muss es aber nicht. Es gibt inzwischen eine fast originalgetreue Version für den PC in bester Homecomputer-Optik, inklusive (meiner Meinung nach gewöhnungsbedürftiger) Maussteuerung. Und das Beste: mit der Sprachausgabe der 8-Bit-Version.

Ich mag diese Fluglotsensimulationen sehr und habe nach Kennedy Approach viele andere getestet aber keines konnte es damit aufnehmen. Auch wer solche Spiele noch nicht gespielt hat sollte es sich mal ansehen, auch heute noch hat es viele Fans und auch einige ‘Neueinsteiger’.

Weitere Infos
Kennedy Approach im C-64 Wiki
Kennedy Approach in der Wikipedia
Kennedy Approach Remake für den PC
Fluglotse für Palm OS

Agent USA (C64)

von humbug in der Kategorie Single Player 
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Agent USA ist eins der C64-Spiele an die ich mich sehr gerne erinnere und das ich heute immer gerne mal wieder anspiele. Eigentlich ist es ein Edu-Titel für Kinder, die mit dem Spiel die Bundesstaaten und Städte Nordamerikas kennenlernen sollen. Ein mutiertes TV-Gerät (genannt die Fuzz-Bomb) infiziert die Menschen Nordamerikas (kleine Beine mit schwarzen Hüten). Diese Männchen verbreiten die Krankheit langsam aber sicher über das ganze Land und das Einzige Gegenmittel sind kleine Kristalle die der Spieler züchten kann.

Und so reist man mit dem Zug durch das Land, züchtet Kristalle, heilt Männchen und versucht die das Unheil verursachende Fuzz-Bomb selbst zu finden. Denn wenn man mit 100 Kristallen gegen sie läuft, hat man gesiegt.

agent_usa

Ich habe das Spiel damals (so mit 15) mit einem Freund in einer Nacht durchgespielt (normale Schwierigkeitsstufe). Irgendwann morgens hatten wir die Fuzz-Bomb besiegt. Durch das Land zu Reisen und langsam immer weiter in infiziertes Gebiet zu reisen, sich dabei selbst nicht anzustecken und trotzdem Kristalle zu züchten hat was sehr spannendes und herausforderndes. Der gleiche Freund von damals und ich haben vor ca. zwei Monaten noch einmal den C64 vom Speicher geholt und ein paar Games gezockt. Komischerweise schafften wir die Fuzz-Bomb diesmal auf der normalen Schwierigkeitsstufe innerhalb einer Stunde. Den höheren Level (fühlt sich hart an) werde ich mir irgendwann mal vorknöpfen 🙂

Übrigens, für alle, die es mit einem C64-Emu mal ausprobieren möchte (man findet das Spiel überall im Netz), hier ein Tipp: mit den alten Zügen kann man schwarz fahren. Bevor der Zug losfährt, tutet er zweimal und dann zischt er. Kurz nach dem Zischen einsteigen und los gehts…

Weitere Infos
Agent USA bei Mobygames
Agent USA bei Classicgaming